YEAR
2024
STANDORT
Beijing, China
CATEGORY
Coffee Shop Interiors
Englischer Text vom Architekten bereitgestellt. Deutsche Übersetzung von Jidipi erstellt.
Das Projekt befindet sich in der Altstadt des Pekinger Bezirks Xicheng, angrenzend an die Westseite des Weißen Pagodentempels. Es handelt sich um die Renovierung eines 105 m² großen Cafés und einer Bäckerei.
Die Wohn- und Geschäftsviertel in diesem Gebiet sind eng miteinander verflochten und schaffen eine einzigartige Atmosphäre voller Vitalität und lokaler Lebenskultur.
Der Platz vor dem Gelände bildet das Herzstück des Gebiets und dient als öffentlicher Treffpunkt. Von hier aus hat man einen Blick auf den Weißen Pagodentempel.
Der Schlüssel zum Entwurf liegt darin, das Verhältnis zwischen dem Gelände und dem Weißen Pagodentempel auszubalancieren und ein Gefühl der Verbundenheit mit dem größeren städtischen Kontext zu schaffen. In den letzten Jahren wurde das Gebiet um den Weißen Pagodentempel auf Initiative der Regierung einer umfassenden Stadterneuerung unterzogen.
Die ehemaligen Innenhöfe wurden in Cafés, Geschäfte, Restaurants usw. umgewandelt, was ihnen neue Vitalität verleiht und gleichzeitig viele Besucher anzieht.
Heute ist das Viertel zu einem der Geburtsorte der Pekinger Stadtspaziergangskultur geworden, geprägt von geschäftigem Treiben und lebendiger Vitalität. Vor diesem Hintergrund möchten wir einen Raum schaffen, der diese Vitalität und Kontinuität transportiert.
Der Entwurf beginnt beim Spaziergang durch die Hutongs, führt über den belebten Platz, erstreckt sich in den Innenbereich und führt schließlich zur Dachterrasse. So entsteht ein natürlicher und fließender Übergang, der es den Besuchern ermöglicht, auf verschiedenen Ebenen und aus verschiedenen Perspektiven in die Kaffeekultur einzutauchen und gleichzeitig das historische Erbe der Gemeinde zu spüren.
Abschließend entstand ein mehrstöckiger Cafébereich, der sich vom Platz in den Innenbereich erstreckt und zur Dachterrasse führt.
Er verbindet Stadt und Architektur und ermöglicht es den Besuchern, beim Spaziergang den Puls der Stadt zu spüren und das feine Gleichgewicht zwischen Neuem und Altem, Dynamik und Stille einzufangen.
Beim Durchschreiten der Gasse fällt der Blick auf eine große Edelstahlfassade. Die Fassade ist auf Augenhöhe der Fußgänger ausgerichtet, und der Farbverlauf von spiegelnd zu mattiert erzeugt ein einzigartiges Wechselspiel von Licht und Schatten.
Der stetige Strom von Fußgängern fängt gelegentlich ihre eigene Figur oder den Platz in der Spiegelung ein und schafft so eine eindrucksvolle visuelle Interaktion. Nach dem Durchschreiten der Edelstahlfassade spiegelt sich der gesamte Café-Bereich im großen Glasfenster wider.
Die Glasfassade zieht sich leicht nach innen zurück und schafft so subtil einen halboffenen Raum. Hier sitzen die Besucher mit Blick auf den Platz und genießen einen Moment der Ruhe, während der halboffene Raum gleichzeitig als Regenschutz dient.
Das Edelstahlelement erstreckt sich von der Fassade bis in den Innenraum und integriert die Bäckerei-Ausstellung, den Kassenbereich und die Küche.
Der geschliffene Stein passt sich in Höhe und Form schichtweise dem Wechsel der Funktionsbereiche an.
Das Steindesign erstreckt sich vom Platz über den halboffenen Bereich bis in den hintersten Teil des Innenraums. Die Dekoration verstärkt den Eindruck von fließenden Räumen und Schichten.
Im hintersten Teil des Cafés ist der abgestufte Sitzbereich von großen Pflanzen umgeben. Das Oberlicht lässt den Blick in den Himmel und viel natürliches Licht herein und verleiht dem Raum Transparenz und Lebendigkeit.
Der Boden, das Grün, der weite Himmel sowie Licht und Schatten verflechten sich, sodass die Gäste auch im Inneren die gemütliche Atmosphäre der Natur genießen können.
Vom Ausgang neben den Sitzstufen gelangen die Gäste über die Wendeltreppe direkt auf die Dachterrasse.
Von hier aus bietet sich ein herrlicher Blick auf den Tempel der Weißen Pagode und die urbanen Adern, die sich zwischen Platz und Hutong verflechten.
Der Dachsitzbereich ist mit einer skulpturalen „Weißen Pagode“ ausgestattet, die aus dem gleichen Material wie der Stein im Inneren gefertigt ist.
Die Skulptur steht im Zentrum des Raumes, und die Gäste können rundherum Gebäck und Kaffee genießen.
Die neue „Weiße Pagode“ ist in die Platzlandschaft integriert und ergänzt den Tempel der Weißen Pagode in der Ferne. Dadurch entsteht eine einzigartige urbane Landschaft.
Der gesamte Platz ist von Weiß und Grau dominiert, was die Farben des Tempels der Weißen Pagode widerspiegelt und einen starken Kontrast zur ausgestellten Bäckerei bildet.
Die weißen und hellgrauen Steine erstrecken sich vom Boden im Außenbereich bis zur hintersten Wand im Innenraum. Jeder Stein weist eine andere Textur auf, die auf das in den Platz eingefügte Edelstahlvolumen reagiert.
Die drei ursprünglichen Holzstützen im Raum sind skulptural gestaltet, um ihre ursprüngliche Struktur zu verbergen.
Sie bilden einen Kontrast zum schlichten und einheitlichen Grundkörper aus Stein und Edelstahl, verstärken den Eindruck einer hierarchischen Raumaufteilung und ziehen die Aufmerksamkeit der Passanten auf dem Platz auf sich.
Die an der Decke installierten Leuchtkästen aus mattiertem Acryl erstrecken sich von außen nach innen und verwischen so die räumlichen Grenzen. Gleichzeitig beleuchten sie die graue Backsteinfassade und den gesamten Innenraum.
Die Außenwände sind mit unregelmäßigen, rechteckigen Fenstern ausgestattet, deren zufällige Formen die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich ziehen und einen optischen Mittelpunkt bilden. Sie spiegeln die skulpturalen Säulen im Inneren wider und betonen die Einheit und den skulpturalen Charakter des Raumes, wodurch der Ort einen stärkeren künstlerischen Ausdruck erhält.
Wir respektieren die unsichtbare Kraft und die Spuren der Zeit, die in historischen Stätten stecken, und denken darüber nach, wie wir den modernen Lebensstil in eine neue Raumform integrieren können.
Die Verwischung der Grenzen zwischen Architektur, Stadt und Umgebung ermöglicht es dem Raum, sich auf natürliche Weise in das urbane Gefüge einzufügen und zu einem organischen Teil davon zu werden.



























