ARCHITEKTEN
VTN Architects
BAUUNTERNEHMEN
Wind and Water House JSC
PROJEKTARCHITEKT
So Adachi
VERANTWORTLICHE ARCHITEKTEN
Vo Trong Nghia, Kosuke Nishijima
FOTOGRAFIEN
Hiroyuki Oki
FLÄCHE
343,0 m²
JAHR
2019
STANDORT
Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam
KATEGORIE
Wohnhäuser
Textbeschreibung der Architekten.
Das Breathing House ist für eine einzelne Familie konzipiert und liegt im Herzen von Ho-Chi-Minh-Stadt. Das Grundstück ist 3,9 m breit und 17,8 m tief und nur über eine schmale Gasse in einer dicht bebauten Umgebung erreichbar.
In dieser extrem dicht besiedelten Nachbarschaft war es unser Ziel, ein Haus zu entwerfen, das die Außenwelt einbezieht und gleichzeitig Privatsphäre gewährleistet.
Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten war die Öffnung des Gebäudes physisch auf die Vorder-, Ober- und Rückseite des Hauses beschränkt.
Um den Abstand zu den Nachbargebäuden auszugleichen und gleichzeitig die Öffnungsfläche zu maximieren, haben wir die drei genannten Außenflächen des Gebäudes mit einem „grünen Schleier“ umhüllt, der aus Kletterpflanzen besteht, die an einem Stahlgitter wachsen.
Diese weiche Schicht fungiert als Umweltdiffusor: Sie filtert das direkte Sonnenlicht und schützt den Innenraum vor übermäßiger Einsehbarkeit von außen, ohne ein Gefühl der Isolation zu erzeugen.
Sie setzt sich aus Pflanzkästen an jeder Geschossdecke zusammen, an denen modularisierte, verzinkte Stahlelemente angebracht sind.
Diese Struktur bietet im gesamten Haus Blicke ins Grüne und schützt die Bewohner zudem vor städtischer Kriminalität.
Hinter dem „grünen Schleier“ besteht das Gebäude aus fünf turmartigen Baukörpern, die versetzt zueinander angeordnet, miteinander verbunden und zwischen den beiden Grenzmauern platziert sind.
Die durch die versetzte Anordnung der Baukörper entstehenden Außenräume, von uns als „Mikro-Hohlräume“ bezeichnet, übernehmen die Aufgabe, im gesamten Gebäude zahllose Wege für indirektes Licht und Belüftung bereitzustellen.
Auf dem schmalen, tiefen Grundstück, das zu beiden Seiten von Nachbargebäuden flankiert wird, ist es ökologisch wirksamer, die Belüftung jedes Winkels des Hauses über mehrere „Mikro-Hohlräume“ zu fördern, anstatt einen einzelnen großen Innenhof anzulegen.
Die „Mikro-Hohlräume“ verfügen auf jeder Etage über Öffnungen, durch die sich den Bewohnern von überall her weite Sichtachsen in Längs- und Diagonalrichtung eröffnen – mit Blick ins Grüne und in andere Räume.
Das Treppenhaus ist ebenfalls als einer der Mikro-Hohlräume konzipiert, versehen mit einem Oberlicht und Öffnungen zu den Zimmern hin.
Der durchlässige Aufbau des Gebäudes reduziert den Einsatz von Klimaanlagen, da er die natürliche Belüftung verstärkt, und schafft zugleich räumliche wie visuelle Verbindungen und Tiefe im Haus.
Die Dachterrasse ist vom „grünen Schleier“ umschlossen und wird so zu einem pflanzenreichen Raum, wie er in diesem dicht besiedelten Stadtgebiet selten zu finden ist. Die Bedeutung des Projekts liegt darin, dass es inmitten einer wachsenden Megastadt eine grüne Oase schafft.
Wir hoffen, dass der Grundgedanke dieses Entwurfs einen positiven Impuls für die Städte Vietnams setzt, die ihre Grünflächen in besorgniserregendem Tempo verlieren.




























